Feuerzange
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Helmut Weiss

Helmut Weiss     * 25. Januar 1907 in Göttingen   † 13. Januar 1969 in Berlin

           

Die Feuerzangenbowle war die erste Regiearbeit von Hellmut Weiss und, dass kann man heute sagen, wohl auch seine bekannteste und erfolgreichste Arbeit.   

Das wahre “Multitalent” Helmut Ludwig Johann-Georg Weiss – wie er mit vollem Namen hieß - begann seine Filmlaufbahn 1935 als Darsteller komischer und grotesker Nebenrollen. Einprägsame Auftritte hatte er u. a. in der Shakespeare-Bearbeitung „Die lustigen Weiber“ (1935), in dem Erbschaftsdrama „Familienparade“ und in dem Heimatfilm „Dahinten in der Heide“ (beide 1936). Seine grösste Rolle folgte 1940 in dem Ehelustspiel „Lauter Liebe“, in dem Weiss einen langweiligen Sohn reicher Eltern spielt, den die Eltern der weiblichen Hauptfigur als Bräutigam ausgewählt haben. (Gespielt von Rühmanns Ehefrau: Hertha Feiler)
Nachdem Helmut Weiss zuvor bereits wiederholt mit Heinz Rühmann zusammengearbeitet hatte, schrieb er 1942 das Drehbuch für den Rühmann-Film „Ich vertraue dir meine Frau an“. An der Seite von Kurt Hoffmann sammelte Weiss hier auch erste Erfahrungen als Regieassistent. Im folgenden Film – Sophienlund (1943) – führte Rühmann selbst Regie, Weiss war jedoch wiederum als Drehbuchautor und Regieassistent eingesetzt.
Mit Filmen wie „Die Feuerzangenbowle“(1943), „Der Engel mit dem Saitenspiel“ (1944) und „Quax in Fahrt“ (1944) setzten Weiss und Rühmann ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort. „Quax in Fahrt“ erhielt im Februar 1945 zwar noch die Freigabe durch die Filmprüfstelle, kam jedoch vor Kriegsende nicht mehr in die Kinos.

Weil er nicht ganz frei von propagandistischen Aussagen war – ebenso wie der Film „Quax, der Bruchpilot“, zu dem er die Fortsetzung bildete – wurde er nach dem Einmarsch der Alliierten unter Aufführungsverbot gestellt. Die Uraufführung fand dann unter dem
Titel „Quax in Afrika“ erst 1953 statt.
Helmut Weiss war nach Kriegsende der erste Regisseur, der  in der Bundesrepublik wieder einen Film drehen durfte. Der Titel: „Sag die Wahrheit“. Ausgangspunkt dieses Lustspiels, dessen Produktion die kurzlebige “Berliner Studio 45-Film GmbH” übernahm, war ein Spielfilmprojekt, das Rühmann 1945 als Herstellungsgruppenleiter der Terra Film
begonnen hatte. Wegen des Krieges jedoch nicht zu Ende bringen konnte. Weiss, der Regie führte, konnte den Film nur zum Teil abdrehen, dann musste das Projekt aufgegeben werden.

Erst 1946 wurde es mit neuen Darstellern wieder zum Leben erweckt. Doch ohne Rühmann, der wegen seiner “mangelnden Distanz zum NS-Regime”, so die Alliierten,  nach Kriegsende unter Berufsverbot gestellt wurde und so nicht selbst die Hauptrolle spielen konnte. Er wurde durch Gustav Fröhlich ersetzt.
Als Regisseur und vielfach auch als Drehbuchautor drehte Helmut Weiss in der Bundesrepublik zahlreiche weitere Filme. Erst 1949 kam es noch einmal zur Zusammenarbeit mit Heinz Rühmann („Das Geheimnis der roten Katze“). Daneben drehte Weiss wiederholt mit Stars wie Sonja Ziemann, Olga Tschechowa, Hans Söhnker und Curd Jürgens. Seit 1954 stand er als Nebendarsteller häufig auch selbst wieder vor der Kamera. Sein erfolgreichster Nachkriegsfilm war das Lustpiel „Drei Mann in einem Boot“ von 1961, in dem Hans-Joachim Kuhlenkampf, Heinz Erhardt und Walter Giller drei Freunde geben, die für ein paar Tage vor dem Alltag und vor ihren Frauen fliehen.
1968 wird mit „Donnerwetter! Donnerwetter! Bonifazius Kiesewetter“ der letzte Film unter seiner Regie fertiggestellt. Am 13 Januar 1969 – drei Tage nach der Uraufführung des Films - verstirbt Weiss in Berlin.

 

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